Beiträge gettagt mit Entschlacken
Gesund Fasten
10. Mrz
Fasten, Saft-Fasten, Molke-Fasten, Heil-Fasten, Entschlacken, Fasten-Wandern,
Buchinger-Fasten und Null-Diäten. Warum Fasten nicht schlank, sondern dick macht und wie Sie es Ihrer Gesundheit zuliebe, besser machen sollten!
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. warnt nachdrücklich vor unkontrolliertem Fasten, Nulldiät oder Heil-Fasten. Diese Außenseiterkostformen schädigen den Organismus und könnten in Einzelfällen sogar zum Tode führen. Sie sind zur Gewichtsbekämpfung völlig ungeeignet. Für den Organismus bedeutet eine Nullkalorienzufuhr oder eine Energiezufuhr unter 800 Kilokalorien einen bedrohlichen Notstand, der mit dem Abbau von Muskulatur, auch des Herzmuskels, endet. Der menschliche Körper benötigt Energie in Form von Nahrung, um die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Bleibt die Energieversorgung aus, beispielsweise während des Fastens, greift der Organismus zunächst auf seine Kohlenhydratspeicher (aus der Muskulatur) zurück. Dieser Speicher ist meist nach 24 bis 48 Stunden, spätestens aber nach dreitägigem Fasten erschöpft. Daraufhin wird die benötigte Energie durch körpereigene Proteine bereitgestellt. Erst dann baut der Körper Fett ab. Unter dem Begriff Fasten werden unterschiedliche Vorgehensweisen zusammengefasst. Man kann zwischen einer Nulldiät, dem Heil- und Saft-Fasten sowie dem modifizierten Fasten unter Einsatz von Proteinkonzentraten, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind, unterscheiden.
Der Fasten-Stoffwechsel
Jetzt wird’s etwas kompliziert aber interessant: Während des Fastens greift der Körper zu Herstellung von Zucker (Gluconeogenese) auf glucoplastische Aminosäuren zurück – also solche, die er nicht selbst herstellen kann und somit mit der Nahrung aufnehmen muss und weil beim Fasten keine Nahrung aufgenommen wird, nutzt er dafür primär die eigene Muskulatur.
Das ist für eine gesteigerte Proteolyse im Muskelgewebe und die Abgabe von Aminosäuren an das Blut nötig. Erst zuletzt greift der Körper auf die Fettreserven zurück, um dem Organismus während der Fastenzeit genügend Energie bereit zu stellen. Parallel dazu erfolgt weiterhin eine Mobilisierung von Eiweiß aus der Muskulatur.
Zu Beginn einer Fasten-Periode liegt der Abbau von körpereigenem Protein bei 75 Gramm pro Tag – eine unglaublich hohe Menge. Damit der menschliche Organismus eine längere Fasten-Periode überleben kann, verfügt er über Anpassungsmechanismen, die zu einer Verminderung des Proteinverlustes führen. Nach einer Fasten-Periode von mehr als zwei Wochen reduziert sich die Stickstoffausscheidung über den Urin um 30 bis 50 Prozent des Ausgangswertes, was auf einen Abbau von körpereigenem Protein zwischen 25 und 38 Gramm pro Tag schließen lässt. Bei andauerndem Fasten über fünf bis sechs Wochen hinweg wird immer noch 20 Gramm körpereigenes Protein pro Tag aus der Muskulatur als Energiequelle vom menschlichen Organismus herangezogen.
Entschlackung, Entgiftung und Jo-Jo-Effekt beim Fasten
Die Begriffe „Entschlackung“ und „Entgiftung“, die u. a. neben der Senkung des Körpergewichts als Hauptmotive für Fastenkuren angegeben werden, sind wissenschaftlich nicht haltbar. Der Begriff „Entschlackung“ ist eine Metapher und hat keine wissenschaftliche Grundlage. Der Duden erklärt Schlacke mit „Rückstand beim Verbrennen, besonders von Koks“. Im menschlichen Körper fallen keine Schlacken an. Die aus den Nahrungsbestandteilen entstehenden Abbauprodukte werden normalerweise durch den Organismus ausgeschieden. Eine Anhäufung unerwünschter, toxischer Endprodukte des Metabolismus tritt unter physiologischen Bedingungen nicht ein. Es kommt zwar zur Gewichtsreduktion durch die fehlende Ernährung, gleichzeitig sinkt aber der Ruhe-Nüchtern-Umsatz und damit erhöht sich die energetische Effizienz des Stoffwechsels. Eine Rückkehr zur habituellen Energiezufuhr ist mit einem Wiederanstieg des Körpergewicht zumeist auf Werte oberhalb des Ausgangsgewichts vor der Fasten-Kur verbunden, was als Jo-Jo-Effekt bezeichnet wird. Grundsätzlich sollten Fasten-Kuren, insbesondere bei längerer Dauer, nur unter stationären Bedingungen erfolgen und eine Zeitdauer von maximal 100 Tagen nicht überschreiten. Fasten und Heil-Fasten ist der direkte Weg in den Jo-Jo-Effekt. Ernährungsmedizinisch betrachtet ist eine Fasten-Kur nur für völlig gesunde Menschen kurzfristig über 3-5 Tage geeignet.
Wer auf keinen Fall fasten sollte!
Eine absolute Kontraindikation für eine Fastenkur stellen Schwangerschaft, Stillzeit, psychische Störungen und Krankheiten der Leber, Herz und Nieren dar. Krebskranke oder Menschen, die unter einer Anämie leiden, dürfen ebenfalls unter keinen Umständen fasten. Auch Diabetiker, Kinder und Jugendliche, Senioren, vor allem aber geschwächte oder chronisch kranke Menschen nehmen gesundheitlichen Schaden durch Fasten. Außerdem sollte bei akuten Infekten, Elektrolytstörungen, Vitaminmangelzuständen, Schlaganfall sowie Infektionskrankheiten Fasten vermieden werden.
Nebenwirkungen von Fasten-Kuren
Fasten kann zu verschiedenen Komplikationen führen. Bei totalem Fasten sind Todesfälle dokumentiert. Man konnte Veränderungen am Herzmuskel feststellen, die möglicherweise durch den extremen Eiweißmangel hervorgerufen wurden. Eine sehr niedrige Energiezufuhr kann zu Herzrhythmusstörungen mit plötzlichem Herztod führen. Weitere Komplikationen bzw. Nebenwirkungen sind Kreislaufregulationsstörungen, Reduktion der Leistungsfähigkeit und des Grundumsatzes, Hypotonie, Durchblutungsstörungen, Ketoazidose, Nierensteine bis hin zum Nierenversagen, Übelkeit und Erbrechen. Die Nutzung von freien Fettsäuren zur Energiebereitstellung durch den Körper führt zur Bildung von Ketonkörpern. Bei der Ausscheidung von Ketonkörpern über die Niere wird die Harnsäureausscheidung gehemmt und es kommt zum Anstieg der Harnsäurekonzentration im Serum. Diese Erhöhung kann bei bestehender Gicht zum Gichtanfall führen.
Intelligent und richtig Fasten zum Abnehmen
Zum Abnehmen ist herkömmliches Fasten ungeeignet. Gut geeignet ist hingegen proteinmodifiziertes Fasten. Es ist eine aus ernährungsmedizinischer Sicht einwandfreie Variante des Fastens, die den negativen Folgen einer totalen Fastenkur wie Abbau des körpereigenen Proteins, also Muskulatur, aufgrund des Eiweißmangels entgegenwirkt. Insbesondere ärztlich durchgeführte und wissenschaftlich evaluierte Abnehm-Programme wie proteinmodifizierte Diäten aus der Apotheke oder Reformhaus die der Diätverordnung 14a entsprechen. Dabei erfolgt ein schrittweiser Übergang zu einer kalorienreduzierten, ballaststoffreichen aber fettarmen Mischkost. Proteinmodifiziertes Fasten ist auch unter den Begriffen proteinsubstituiertes und protein-sparendes modifiziertes Fasten bekannt. Das bedeutet, dem Körper wird eine bestimmte Energie- und Proteinmenge pro Tag zugeführt. Als Indikationen beschreibt der ehemalige Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft Prof. Dr. Alfred Wirth, die Notwendigkeit einer raschen Gewichtsreduktion vor Operationen sowie die rasche Behebung von Gesundheitsstörungen und das Scheitern einer energie- beziehungsweise fettreduzierten Kost. Ursprünglich handelte es sich bei proteinmodifiziertem fasten um eine Very-low-calorie-diet (sehr kalorienarme Diät) mit weniger als 700 Kilokalorien. Es wurde erstmalig in der Universitätsklinik Ulm von Herrn Universitätsprofessor Dr. Ditschuneit als Ulmer Trunk sowie in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik von Herrn Universitätsprofessor Dr. Hanefeld entwickelt und ernährungswissenschaftlich sowie ernährungsmedizinisch in Studien als hochwirksam beschrieben. Inzwischen wird proteinmodifiziertes Fasten weltweit erfolgreich bei Übergewicht angewendet. Heute kann das proteinmodifizierte Fasten mit Hilfe von Formuladiäten durchgeführt werden. Diese sind in Apotheken oder Reformhäusern zu beziehen und müssen der Diätverordnung 14a entsprechen. Dabei kommen Eiweißpräparate zum Einsatz, die als Tagesenergie 800 bis 1200 Kilokalorien liefern. Sie erhalten neben biologisch hochwertigem Protein auch Kohlenhydrate, essenzielle Fettsäuren Vitamine und Mineralstoffe sowie sättigende Ballaststoffe. Es sind diätetische Lebensmittel zur Gewichtsreduktion, deren Zusammensetzung in der deutschen Diätverordnung (§ 14a/b) festgelegt war und nun durch die entsprechende Richtlinien der Europäischen Union geregelt wird. Formuladiäten zur Gewichtsreduktion, die in Apotheken und im Rahmen ärztlich geleiter, strukturierter Adipositasprogramme erhältlich sind, enthalten als Tagesration 50 Gramm Protein, 90 Gramm Kohlenhydrate, 10 Gramm Fett und 7 Gramm Linolsäure. Insgesamt werden bei einer Formuladiät pro Tag 800 bis 1200 Kilokalorien beziehungsweise 400 Kilokalorien pro Mahlzeit nicht überschritten.
Positive Wirkungen von proteinmodifiziertem Fasten auf den Körper
Nationale und internationale Studien weisen nach, dass Proteinmodifiziertes Fasten einen relativ raschen Verlust von Fettgewebe bei bestmöglicher Erhaltung der Muskulatur ermöglicht. Dadurch sinkt der Ruhe-Nüchtern-Umsatz und der Jo-Jo-Effekt ist eingeschränkt oder bleibt sogar aus. Das proteinmodifizierte Fasten verbessert im Gegensatz zum Fasten oder Heil-Fasten das Fett-Muskel-Verhältnis deutlich und senkt damit die Krankheitsrisiken. Bei den letzt genannten Methoden bleibt das Fett weitgehend unberührt, das Fett-Muskel-Verhältnis verschlechtert sich und das Herzinfarkt-, Schlaganfall- sowie Diabesesrisiko steigt. Muskulatur ist stoffwechselaktiv und verbraucht Energie, Fettgewebe dagegen kaum. Zudem erhöht die hormonelle Aktivität des Fettgewebes die hormonelle Aktivität des Fettgewebes die Krankheitsrisiken. Es ist notwendig, Muskeln zu erhalten, langfristig zu stärken und Fett abzubauen. Dazu tragen proteinmodifiziertes Fasten und Bewegung bei.
Hoher Fettverlust beim proteinmodifizierten Fasten
Eine Studie berichtet von einem mittleren Gewichtsverlsut von 11 bis 14 Kilogramm innerhalb einer 4-Wochen-Kur. Die tägliche Gewichtsabnahme bei modifiziertem Fasten unterscheidet sich nicht von der bei Nulldiät. Der Fettverlust bei modifiziertem Fasten ist der höchste bei bekannten energiereduzierten Diäten. Im Vergleich zu totalem Fasten ist der Fettverlust bei modifiziertem Fasten annähernd doppelt so hoch. Bei proteinmodifiziertem fasten wurde 79 Prozent Fettgewebe abgebaut und mit drei Prozent nur eine geringe Menge körpereigenes Protein. Das Fett-Muskel-Verhältnis verbessert sich deutlich. Das Stickstoff-Gleichgewicht wurde bereits nach drei Wochen erreicht, das heißt, die zugeführte Proteinmenge ist gleich der Proteinmenge, die der Körper abbaut. Dies verhindert schwerwiegende Folgen, die bei höherem Proteinverlust auftreten. Eine weitere Studie hat die Stickstoffbilanzen von modifiziertem Fasten und totalem Fasten miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigte bei modifiziertem Fasten zwar eine negative Stickstoffbilanz nach vier Wochen – der Proteinverlust betrug mit 442 Gramm jedoch nur ein Drittel im Vergleich zum Proteinverlust bei totalem Fasten. Da sich die Stickstoffbilanz bei proteinmodifiziertem Fasten nach drei Wochen stabilisiert, ist diese Fastenform auch für längere Perioden als vier Wochen geeignet, totales Fasten hingegen nicht. Mit biologisch hochwertigem Protein lässt sich eine ausgeglichene Stickstoffbilanz erzielen. Die Stickstoffbilanz bei Formuladiäten ist günstiger als bei einer Mischkost mit der gleichen Kalorienzufuhr pro Tag. Bei einer Formuladiät mit 700 Kilokalorien wird innerhalb von 4 Wochen 169 Gramm körpereigenes Protein abgebaut, bei einer Mischkost mit 700 Kilokalorien sind es dagegen 386 Gramm Protein.
Fasten-Fazit
Das heute häufig praktizierte Fasten zur Gewichtsreduktion schadet der Gesundheit und ist zur Erfüllung seines Zwecks gänzlich ungeeignet. Eine Nulldiät oder eine Fasten-Kur ohne Energiezufuhr bedeutet für den Organismus eine lebensgefährliche Bedrohung. Wer dem Körper länger als fünf Tage keine Energie und Protein zu Verfügung stellt, betreibt Raubau am eigenen Körper. Das proteinmodifizierte Fasten ist nur dann umstritten, wenn anschließend keine Ernährungsumstellung erfolgt und die alten Ernährungsgewohnheiten, die bereits zum Übergewicht geführt haben, weiter beibehalten werden. Durch den geringen Verlust von Körperprotein und dem hohen Verlust von Fettgewebe stellt das proteinmodifizierte Fasten eine besonders effektive und sichere Therapie von Übergewicht dar (Quelle: modifiziert nach Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik Nr.1).
Unser Tipp zum Thema: Die 24-Stunden-Diät ist ein Komplettprogramm, das den Ansprüchen vom gesunden Fasten entspricht. Mit der 24-Stunden-Diät kann ein schneller Gewichtsverlust erreicht werden, mit einem maximal möglichen Fettabbau bei gleichzeitig extrem geringem Muskelabbau. Im Anschluss an die Gewichtsabnahme liefert die 24h-Diät ein Programm, wie der Gewichtsverlust auf Dauer gehalten werden kann.
Muss man „entschlacken”?
04. Jan
Diese Frage wird Ernährungswissenschaftlern immer wieder gestellt. Und wir machen es deshalb kurz: Nein, Sie müssen nicht entschlacken!
Man spricht davon, dass Kohlenhydrate verbrannt werden. Jeder, der einen Ofen befeuert hat, weiß, dass nach der Verbrennung Schlacken übrig bleiben. Der Organismus verbrennt Nährstoffe jedoch nicht wie ein Ofen. Stoffe, die der Körper nicht benötigt, werden mit Harn und Stuhl ausgeschieden. Schlackenberge, die entsorgt werden müssen, gibt es also im Körper nicht. Fasten um den Körper zu entschlacken ist also Unsinn.
In unserem Artikel gesund Fasten lesen Sie außerdem warum extremes Fasten nicht schlank, sondern dick macht. Und wie Sie es Ihrer Gesundheit zuliebe besser machen sollten.
Fasten: die Lüge vom Entschlacken
16. Feb
Bald beginnt die Fasten-Zeit. Aber viele Menschen fasten nicht aus religiösen Gründen, sondern um ihre Gesundheit zu fördern oder abzunehmen. Dabei sind Fasten, Saft-Fasten, Molke-Fasten und Heil-Fasten nicht für eine gesunde, nachhaltige Gewichtsreduktion geeignet, da eiweißmangelbedingt vorrangig Muskeln, aber kaum Fettgewebe abgebaut werden! Vor diesem Hintergrund sollte kein Mensch, der übergewichtig ist, fasten. Durch den Muskelabbau gefährden Fastende ihre Herzfunktion und fördern die Entstehung des Jojo-Effektes. Damit macht Fasten nicht schlank, sondern dick. Mehr…
Dazu ein Buchtipp: Gesundheitsrisiko Heilfasten / Schlank surfen bei www.slimcoach.de oder www.muellerdiaet.de