Diät im Fokus: Formula-Diäten und Diät-Mahlzeiten

Formula-Diäten und Diät-Mahlzeiten gelten als einfache Problemlöser. Mit Wasser angerührt ergeben sich komplette Nährstoffgemische. Eiweiß steht im Mittelpunkt, daneben ist alles enthalten, was Mangelerscheinungen während der mehr oder weniger ausschließlichen Versorgung mit diesen Produkten vorbeugt. Dass es sich hierbei um Ersatzmahlzeiten handelt, fällt spätestens am zweiten Diät-Tag auf. Oft werden drei bis fünf Tütenmahlzeiten als Tagesration mit rund 800 Kilokalorien empfohlen. Die Hersteller entwickeln daher je nach Zusammensetzung des Produkts Vorschläge zur geschmacklichen Abwandlung und Verbesserung oder stellen Rezepte für Ergänzungsspeisen vor. Es gibt Schlankheitsmahlzeiten auch als komplette Fertiggerichte in Dosen. So wird auf einfache Weise Energiekontrolle bei gleichzeitiger Mindestnährstoffversorgung möglich. Eine wirksame Starthilfe, aber keine Dauerlösung könnte man sagen. Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher stellt zu diesem Thema zusammenfassend fest: „Der erhebliche Nachteil maßgeschneiderter Mahlzeiten ist derselbe wie bei einseitigen Diätformen: Der Verbraucher lernt nicht, was er bisher falsch gemacht hat und wie er sich auf Dauer richtig, das heißt bedarfsgerecht ernähren soll. Je „künstlicher“ die Mahlzeiten sind, desto weniger geben sie Beispiele für richtige Ernährung. Der Erfolg ist dann, trotz Formula-Diäten und Diät-Mahlzeiten nicht von Dauer.

Auch kalorienarme Lebensmittel machen als solche nicht schlank …

… wenn man sie nicht im Rahmen einer insgesamt bewusst zusammengestellten Ernährung verwendet. Um die Zusammensetzung eines Lebensmittels bzw. dessen Nährwert zu verändern, werden beispielsweise Fett und Kohlenhydrate durch Eiweiß, Wasser,  Ballaststoffe und gegebenenfalls Süßstoffe, im technologisch und geschmacklich möglichen Rahmen, ersetzt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind nährwertveränderte Lebensmittel aber nur sinnvoll, wenn der Verbraucher die verringerte Energiezufuhr nicht durch mehr Essen ausgleicht. Der vermehrte Verzehr von ballaststoffreichen Vollkornprodukten und Gemüse, der Genuss von Frischkost oder das schluckweise Trinken von einem Glas Wasser zu Beginn einer Mahlzeit sind natürliche und wirksame Maßnahmen zur Kontrolle der Gesamtenergiezufuhr.

Das sagt der Diät-Experte Prof. Dr. Michael Hamm zu Formula-Diäten und Diät-Mahlzeiten:

Nach Bestimmungen der Diät-Verordnung  hergestellte ausgewogene Nährstoffgemische als Pulver, Granulate, Flocken etc. zum Austausch einzelner Tagesmahlzeiten oder als komplette Tagesration zur Durchführung von Schlankheitskuren; oft einseitig im Geschmack; Rezeptbeispiele erforderlich (auch für Tagespläne, falls nur einzelne Mahlzeiten ersetzt werden sollen); einfache Zubereitung hilft Diätfehler zu vermeiden; keine Mangelerscheinungen; gut als Einstieg in eine Diät geeignet; müssen aber langfristig ovn einer bewussten, vollwertigen Ernährung abgelöst werden.

Diät im Fokus: Trennkost-Diät

Die Trennkost ist eine komplizierte Diät, die von ihrem Erfinder Dr. Howard Hay ursprünglich gar nicht zum Abnehmen gedacht war. Hay ging bei seiner Trennkost davon aus, das sich eiweiß- und kohlenhydratreiche Nahrung, zusammen genossen, in ihrer Verdauung behindern. So wurde bei der Trennkost eben fleißig getrennt, was normalerweise eine gemischte Ernährung auch geschmacklich verbessert. Hays Trennkost-Prinzip ist die „Entmischung“ unserer Ernährung. Kernpunkt dieser Trennkost-Regel: Eiweiß und Kohlenhydrate getrennt verzehren, während Fette als neutral gelten und deshalb zu allen Mahlzeiten erlaubt sind. Das Mittagessen soll bei der Trennkost z. B. eine Eiweißmahlzeit, das Abendessen eine Kolenhydratmahlzeit sein – bei dem Schlank im Schlaf-Prinzip ist das übrigens genau umgekehrt. Zur selben Mahlzeit soll jeweils nur eine Art von Eiweiß bzw. von Kohlenhydraten gegessen werden, beispielsweise Fleisch oder Fisch, Brot oder Kartoffeln. Acht Prozent der Nahrung sollen bei der Trennkost aus Obst und Gemüse bestehen, davon der größte Teil als Rohkost. Da eine Vielzahl unserer üblichen Lebensmittel Kohlenhydrate und Eiweiß enthalten, müssen auch die Vertreter der Trennkost-Lehre Kompromisse eingehen und können nur nach dem vorwiegenden Anteil entscheiden. Die Interpretation der „chemischen Verdauungsgesetze“ von Dr. Hay hat sich als falsch erwiesen. So werden beispielsweise im Dünndarm parallel eiweiß- fett- und kohlenhydratspaltende Enzyme (Verdauungswirkstoffe) freigesetzt. Mangelerscheinungen sind bei der Trennkost weniger zu befürchten, die Vorschriften jedoch, die bei der Nahrungsauswahl zu berücksichtigen sind, lassen sich nur schwer einhalten. Trennen Sie sich in Ihrer Ernährung lieber vom täglichen „Zuviel“ – das heißt den konzentrierten Fett-, Zucker- und Alkoholkalorien – und von allem, was Sie persönlich nicht vertragen. Genießen Sie eine phantasievoll zusammengestellte Mischkost auf mehrere kleinere Mahlzeiten verteilt. Und wenn Sie schnell und gesund abnehmen möchten, dann empfehlen wir die 24-Stunden-Diät.

Das sagt der Diät-Experte Prof. Dr. Michael Hamm zur Trennkost: Praktisch schwer durchführbar; eigentlich für spezifische Stoffwechselprobleme entwickelt. Keine typische Reduktionsdiät; Indikationsstellung erfordert eine ärztliche Beurteilung.

Diät im Fokus: Fasten, Null-Diät und Schalttage

Gefastet wird längst nicht nur, um einfach abzuspecken. Das Fasten gibt es seit Urzeiten. Der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung hatte zunächst mehr rituelle und religiöse Gründe – an Gewichtsprobleme dachte damals zumindest noch keiner. Heilfasten in Verbindung mit einer ärztlichen Betreuung kann (Zivilisations-) Krankheiten zumindest positiv beeinflussen. Im Vordergrund steht eine Regulierung des Körpergewichts, denn Fasten ist Ernährung aus den körpereigenen Energievorräten. Fasten ist aber auch ein tiefgreifender Umstellungsprozess des gesamten Stoffwechsels. Zum Beispiel bei der Nulldiät ist der Effekt des totalen Fastens auf seine gewichtsreduzierende Wirkung extrem eingeschränkt. Ziel einer jeden Gewichtsreduktion ist der Abbau von Körperfett unter Schonung der Proteinbestände (damit sind vor allem die Muskeln gemeint). Gerade unter dieser Zielsetzung zeigen sich bei der Nulldiät oder beim Fasten besonders große Nachteile: In den ersten ein, zwei Wochen wird beim Fasten die Neubildung des für einige Stoffwechselleistungen unersetzbaren Blutzuckers aus körpereigenem Muskel- und Organeinweiß stark beansprucht. Eiweißbausteine werden bei Kohlenhydratmangel in Energie umgewandelt. In dieser Umstellungszeit kommt es anfänglich zu ausgeprägten Eiweißverlusten – also Muskelverlusten, die durch Stoffwechselanpassungen erst allmählich geringer werden. Der Körper lernt dann, seine Fettreserven und die Fettabbauprodukte, in begrenztem Umfang allerdings, besser als Energiequelle zu nutzen. Während der gesamten Nulldiät kommt es aber neben dem erwünschten Abbau der Fettdepots vor allem zu ungewollten Einbußen der Muskeln. Unter totalem Fasten können bis zu knappe 40 Prozent des Gesamtgewichtsverlustes durch Muskelabbau bedingt sein – das ist eine extrem hohe Menge! Das wirkt sich zwangsläufig negativ auf die Leistungsfähigkeit  und letztlich durch den Verlust der Muskeln auch auf das Aussehen aus und fördert zudem den unerwünschten Jojo-Effekt wie bei keiner anderen Diät.

Weitaus komplizierter sind die zusätzlichen Nachteile einer Nulldiät zu erklären. Wir versuchen es trotzdem: Bei einer Nulldiät kommt es zu einer Anhäufung von Zwischenprodukten im Blut, die negativ auf die Gesundheit wirken. Das kann man nur umgehen, wenn man die Nulldiät entsprechend lockert. Wasser, Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße (Proteine) sind beim Fasten ein absolutes Muss. Das sogenannte Saftfasten, man kann es als erste Abwandlung bezeichnen, bietet geringe Mengen an Kohlenhydraten, aber so gut wie kein Eiweiß. Die Proteinverluste und die nachteiligen Folgen aus dem Fettabbau (sogenannte Ketoacidose = Anhäufung von sauren Fettabbauprodukten) lassen sich jedoch erst durch geringe Gaben von Kohlenhydraten und Eiweißen in Schach halten.

Hersteller von diätetischen Lebensmitteln entwickelten entsprechende Nährstoffgemische zum Anrühren als Getränke. Von der Nährstoffzusammensetzung her geeignet sind auch Trinkkuren mit Molke oder Buttermilch, die mit Frucht- oder Gemüsesäften ergänzt werden. Die verschiedenen Fastenvarianten bedürfen einer ärztlichen Abstimmung bzw. Überwachung. Aber auch hier gilt: Die 24-Stunden-Diät ist die schnellste und sicherste Methode um Gewicht zu verlieren und nur mit einer anschließenden Ernährungsumstellung ist Ihnen der Langzeiterfolg auch sicher.

Das sagt der Diät-Experte Prof. Dr. Michael Hamm zu Schalttagen und zum Fasten:

Schalttage: Einzelne Tage im normalen Ernährungsfahrplan, an denen man bewusst anders isst, z. B. einen Saftfastentag einhält oder einen sogenannten Reistag einschaltet. Obstsäfte oder Reis nur mit Obst zubereitet wirken aufgrund ihres Kaliumüberschusses entwässernd und kochsalzausschwemmend. Wenn man entsprechend wenig isst, auch geeignet, um kleine Ernährungssünden auszugleichen.

Nulldiäten, proteinmodifiziertes Fasten und andere Fastenkuren: Erfordern ärztliche Beratung und Beobachtung; bei extremem Übergewicht angewendet; Wasser, Vitamine und Mineralstoffe müssen in jedem Falls ausreichend aufgenommen werden; können in Kliniken und Sanatorien mit Ernährungsseminaren zum Erlernen eines bedarfsangemessenen Essverhaltens durchgeführt werden.

Diät im Fokus: FdH – Friss die Hälfte

Dieses simple Energieeinsparprogramm „Friss die Hälfte“ kurz FdH, gehört sicherlich immer noch zu den häufigsten Diäten. Einfach weniger zu essen kann funktionieren, wenn die anderen Mahlzeiten abwechslungsreich zusammengestellt sind. Durch bewusst langsames Essen kann man lernen, auch mit kleineren Portionen satt zu werden. Doch oft wird FdH auch so praktiziert: man lässt einfach eine Mahlzeit – meistens das Mittagessen – ausfallen. Aber das Energiedefizit wird schon bald durch ein Stück Kuchen am Nachmittag wieder aufgeholt – und die Kalorienersparnis ist wieder dahin. Der Grund: Wenn man längere Zeit nichts gegessen hat, sinkt der Blutzuckerspiegel, und es stellt sich Heißhunger ein – und es muss schnell was energiespendendes Süßes her. Und sogar das Frühstück ausfallen zu lassen, ist bei FdH die schlechteste Lösung. Wer schnell und trotzdem gesund Gewicht verlieren möchte findet hier die geeignete Methode.

Das sagt der Diät-Experte Prof. Dr. Michael Hamm zu FdH:

Oft planlos, unsicher; Gefahr von Mangelerscheinungen; kein Lernerfolg in Richtung „bewusster Essen”; häufig schnelle Aufgabe.

Mit Eiweiß Schlankwerden & Schlankbleiben

Gegenüber den Hauptenergielieferanten, Kohlenhydrate und Fette, sind die Proteine – so die Fachbezeichnung für Eiweiße – in der Schlankheitsdiskussion der letzten Jahre etwas ins Hintertreffen geraten. Dabei gab es schon mal die Ära der Eiweißdiäten mit Steak und Salat, Eiern, Magerquark und Proteinshakes. Dabei hat Eiweiß beim Abnehmen entscheidende Vorteile. Was aber macht Eiweiß beim Abnehmen so unverzichtbar? Ganz einfach – wenn Sie beim Abnehmen hungrig machende Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index einsparen möchten, sollten Sie die entstandene Lücke mit gut sättigenden und stoffwechselaktivem Eiweiß füllen. Während des Abnehmens dürfen Sie durchaus etwas mehr Eiweiß zu sich nehmen. Schließlich sind Eiweiße also Proteine die Bodybuilder unseres Körpers und beugen in Verbindung mit körperlichem (Kraft-)Training dem unerwünschten Abbau bzw. Verlust von stoffwechselaktiver Muskelmasse vor. Körperliches Training und eiweißbetonte Ernährung sind daher ein unschlagbares Team, wenn es darum geht, Ihren Körper ins energetische Gleichgewicht zu bringen.

Eiweiß setzt weniger an

Nehmen Sie während des Abnehmens eiweißreiche Nahrung zu sich, profitieren Sie zusätzlich vom so genannten thermogenen Effekt der Proteine: Durch die Umsetzung im Proteinstoffwechsel gehen nämlich zirka 20 Prozent der Energie, die im Eiweiß steckt, als Wärmeenergie verloren. Bei Kohlenhydraten und Fetten spielt die nahrungsbedingte Thermogenese dagegen eine wesentlich geringere Rolle.

Eiweiß als Sattmacher

Die Vorteile von Eiweiß beziehen sich also auf verschiedene, für das Abnehmen relevante Aspekte: Sattheit, Thermogenese, Körperzusammensetzung (Erhalt der Muskulatur) und Energieaufnahme. Auch die Einleitung bzw. Steigerung der Thermogenese, d. h. Wärmebildung nach dem Essen, die ja bei Eiweiß besonders ausgeprägt ist, scheint mit der guten Sättigungswirkung dieses Nährstoffs zusammenzuhängen. Letztlich ist das Erfolgsgeheimnis eiweißbetonter Speisepläne hauptsächlich mit dem besseren Sättigungseffekt von Proteinen und der Vermeidung übermäßig insulinstimulierender Nahrungskohlenhydrate verbunden. Am erfolgreichsten funktioniert Ihre Sättigung daher, wenn Sie neben der richtigen Eiweißbetonung konsequent die Blutzuckerwirksamkeit Ihres Kohlenhydratverzehrs im Auge behalten.

Eiweiß-Fazit

Eiweiß sättigt, bringt Ihren Körper in Verbindung mit Bewegung in Form und hält Ihren Stoffwechselbetrieb auf hohem Niveau. Machen Sie Eiweiß in Form von Milch, Joghurt, Quark, fettarmem Käse, Fleisch, Geflügel, Eiern, Fisch und Hülsenfrüchten zum Aktivposten Ihres schlanken Speiseplans – jedoch stets in Verbindung mit reichlich Gemüse, Salaten und (Mineral-)Wasser sowie anderen kalorienfreien bzw. -armen Getränken. Damit unterstützen Sie die Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe, die bei vermehrter Eiweißzufuhr auch verstärkt anfallen und den Säure-Basen-Ausgleich.

Energieverbrauch

Unser täglicher Energieverbrauch setzt sich aus Grundumsatz (auch: Ruheumsatz), nahrungsbedingter Thermogenese (Wärmeentwicklung) und körperlicher Aktivität (auch: Arbeitsumsatz) zusammen. Der Grundumsatz bezeichnet den Energieverbrauch (Energiemenge), den wir zur Aufrechterhaltung unserer lebenswichtigen Organfunktionen wie Atmung, Herz- und Nierentätigkeit sowie Gehirnfunktion benötigt. Die von unserem Körper zur Verstoffwechselung verwendete Energie, die für die Umbauvorgänge der Nährstoffe anfällt, beschreibt die Thermogenese. Der Arbeitsumsatz wird schließlich durch körperliche Beanspruchungen in unserem täglichen Leben (in Alltag, Beruf und Freizeit) erreicht. Durch körperliche Aktivität können wir den Energieverbrauch gezielt und entscheidend erhöhen, während der Einfluss auf Grundumsatz und Thermogenese durch unseren Lebensstil geringer ist.

Muskeln erhöhen den Energieverbrauch

Der Grundumsatz ist jedoch flexibler als es auf den ersten Blick scheint, wird er doch vom Muskelanteil unserer Körpermasse maßgeblich beeinflusst. Damit haben wir die einmalige Chance, ihn während einer Gewichtsabnahme durch günstige Körperzusammensetzung zu stabilisieren oder ihn mit einem gezielten Muskelaufbau durch Krafttraining sogar zu erhöhen. Nebenbei können wir auf diese Weise einer Begleiterscheinung des Älterwerdens entgegenwirken: Denn ab dem 20. Lebensjahr nimmt unsere Muskelmasse um zirka 2 Prozent pro Lebensjahr ab, was gleichzeitig wiederum einen Abfall unseres Energieverbrauchs bedeutet. Da Frauen im Vergleich zu Männern einen kleineren Anteil an Muskelmasse haben, ist ihr Grundumsatz Energieverbrauch um zirka 200 Kilokalorien am Tag geringer. Frauen haben also einen niedrigeren Energieverbrauch und dürfen daher weniger essen bzw. nehmen bei gleichem Körpergewicht und gleicher Nahrungsaufnahme schneller an Gewicht zu.

Fasten und falsche Diäten senken den Energieverbrauch

Einseitige Diäten wie längeres Fasten, die mit unzureichender Energiezufuhr zu einer Gewichtsabnahme führen, können den Grundumsatz langfristig senken. Durch eine drastische Kürzung der Kalorienaufnahme meint der Körper, es sei für ihn eine Hungersnot ausgebrochen; er spart deshalb Energie ein, mobilisiert seine Reserven und baut körpereigene Eiweiße, in erster Linie Muskelmasse, ab. Nach der Abmagerungskur bleibt der niedrige Energiebedarf bestehen und man nimmt schon durch „normales” Essen schneller zu als vor der Diät. Hier macht sich dann der unerwünschte „Jojo-Effekt” bemerkbar. Aus diesem Grund sollten Sie, wenn Sie planen abzunehmen, immer auch einen Mehrverbrauch an Energie üb er zusätzliche Ausdaueraktivitäten anstreben sowie einen Abbau Ihrer Muskelmasse durch Krafttraining und einer guten Eiweißversorgung entgegenwirken. Denn Ihre Muskulatur ist hauptverantwortlich für die Kalorienverbrennung.

Body-Mass-Index (BMI)

Allein der Gang auf die Waage reicht nicht aus. Das Gewicht muss in Relation zur Größe betrachtet werden. Als Anhaltspunkt für die Beurteilung des Körpergewichts hat sich der Body Mass-Index (BMI) bewährt. Mit dem BMI wird allerdings nicht die Körperzusammensetzung ermittelt. Mit stetigem Training wird in der Regel Muskelmasse auf- und Fettgewebe abgebaut. So kann es durchaus sein, dass ein trainierter Sportler mit hohem Muskelanteil einen Body-Mass-Index von 25 erreicht, ohne dass er dabei übergewichtig ist. Im Gegensatz dazu kann eine sehr schlanke und untrainierte Frau mit einem niedrigen MBI einen hohen Körperfettanteil haben. Der Body-Mass-Index dient lediglich der groben Einschätzung des Ernährungsstatus. Ein besserer Indikator zur Einschätzung der Körperzusammensetzung ist die Messung des Körperfett-Anteils – siehe dazu Artikel „Körperfett”.

BMI = Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat

  • < 18: Achtung, Sie sind untergewichtig
  • 18 bis 25: Sie sind normalgewichtig
  • 26 bis 30: Sie sind leicht übergewichtig
  • > 30:Achtung, eine Gewichtsabnahme ist dringend anzuraten

Körperfett

Körperfett-Analyse

Der Körperfettanteil ist ein besserer Indikator für den Ernährungs- und Trainingsstatus als der Body-Mass-Index. Mit den verschiedenen Analyseverfahren wird die genaue Körperzusammensetzung beziehungsweise der Fettanteil ermittelt. Sportmediziner verwenden in der Regel den so genannten Caliper eine Art Körperfettzange. Bei diesem bewährten Verfahren wird die Dicke der Hautfalten an mehreren Körperstellen gemessen und daraus der Gesamt Fettanteil errechnet. Die Messung sollte stets in der Hand einer einzigen Person bleiben, die ausreichend Erfahrung mit der Caliper-Methode hat. Eine weitere Möglichkeit ist die Messung über Infrarot (NIR, Futrex) die in vielen Arztpraxen und Fitness-Studios angewendet wird. Das Prinzip: Die Durchlässigkeit des Gewebes für einen Lichtstrahl bestimmter Frequenz lässt Rückschlüsse auf die Körperzusammensetzung zu. Einziges Manko, vom Fettgehalt des Oberarms wird auf den des gesamten Körpers geschlossen.

Immer beliebter werden Fettmessgeräte für zu Hause. Nach dem Bioimpedanz-Verfahren messen sie den Körperwiderstand auf ein nicht spürbares elektrisches Signal und ermitteln daraus den Fettanteil. Eine wichtige Regel: Verlassen Sie sich nicht allein auf das Ergebnis der Heimgeräte. Eine Ausgangsmessung mit dem Caliper bei einem Sportmediziner gibt Ihnen Auskunft über Ihren reellen Fettgehalt.  Mit dem Caliper-Ergebnis haben Sie einen optimalen Vergleichswert. Beobachten Sie dann vor allem die Tendenz des Heimgeräts, so liefern die Geräte brauchbare Ergeb nisse. Messen Sie aber stets unter gleichen Bedingun gen. Denn der Fettanteil unterliegt beachtlichen Schwankungen. Je nach Tageszeit, ob Sie gerade gegessen oder Sport getrieben haben. Messen Sie aber auch nicht zu oft, denn kurzzeitige Schwankungen verunsichern eher, als dass sie motivieren.

Wer hat wie viel Fett?

Männer: mager < 8; schlank 8 bis 15; normal 16 bis 19

Frauen: mager < 15; schlank 15 bis 22; normal 23 bis 27

Heißhunger: so steuern Sie Ihre Esslust

Heißhunger-Falle 1: Appetit
Schon beim Duft von frischem Kuchen geht’s rund in unserem Gehirn, genauer im Hypothalamus. Folge: Das Wasser läuft uns im Mund zusammen, und wir kriegen Heißhunger – genau auf diesen Kuchen. Die Anregung des Appetits kann durch äußere Faktoren (etwa Duft, Optik) oder innere (Wunsch nach Belohnung) erfolgen, selbst wenn der Magen gefüllt ist. Das hilft gegen Heißhunger: Sollten Sie gar nicht widerstehen können, gönnen Sie sich ein kleines (!) Stück und genießen Sie es bewusst.

Heißhunger-Falle 2: Psyche
Allzu häufig versuchen wir, unsere Stimmungslage über Essen zu korrigieren. Das heißt: Bei Stress, aber auch bei Langeweile greifen wir zu süßen oder fettigen Snacks. Wir gewöhnen uns daran mit der Folge, dass wir zu oft und zu viel einfach so nebenbei – also letztlich unkontrolliert – konsumieren. Das hilft gegen Heißhunger: Zu den Mahlzeiten statt essen, dann fallen Fressattacken kleiner aus. Außerdem: Auch die kleinen Sünden ritualisieren, also zu festen Zeiten den Riegel Schokolade einplanen. UND GANZ WICHTIG: VERBOTE SIND VERBOTEN!

Heißhunger-Falle 3: Diäten
Jeder zweite Deutsche hat mindestens eine Diät ausprobiert, rund 80 Prozent nur mit mäßigem Erfolg. Der häufigste Grund: Die Diät ist nicht dem jeweiligen Esstyp angepasst. So macht es keinen Sinn, dem Fleischliebhaber eine Gemüsediät zu verordnen. Persönliche Vorlieben müssen berücksichtigt werden, denn eine zu rigide Kontrolle frustriert und führt fast zwangsläufig zu Fressattacken. Das hilft gegen Heißhunger: eine flexible Ernährung, die Verbote verbietet und „Sünden” in Maßen erlaubt.

Heißhunger-Falle 4: Zucker
Ein wichtiger Gradmesser für unseren Hunger ist der Blutzuckerspiegel, Sinkt er zu tief, „müssen” wir essen. Ein Problem sind sehr süße Lebensmittel. Damit der Blutzucker nicht zu stark steigt, schüttet die Bauchspeicheldrüse viel Insulin aus, das den Zucker verarbeitet. Oft sinkt der Blutzucker nun jedoch unter Normalniveau. Folge: Heißhunger! Das hilft gegen Heißhunger: Mahlzeiten mit komplexen Kohlenhydraten (Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Vollkorn) und ein kleines Dessert. So hält der Körper die Balance.

In der 24-Stunden-Diät finden Sie weitere nützliche Tipps, wie Sie Heißhunger und Fressanfälle vermeiden können (Quelle: Dr. M. Boschmann, Stoffwechselexperte an der Charitè Berlin).

Fettverbrennung erhöhen mit Kaffee

Kaffee hilft beim Fettverbrennen

Kaffee ist ein echter Fettkiller: Koffein und das Vitamin Niacin sind verantwortlich dafür, dass die Fettverbrennung verbessert und der Energieumsatz am Tag um bis zu 100 Kalorien gesteigert wird. Für diesen Effekt sind zwei Tassen Filterkaffee oder ein doppelter Espresso nötig. Außerdem ist Espresso meist besser verträglich als Filterkaffee und eine Schutzstoffbombe gegen freie Radikale, und er aktiviert die Verdauung. Wichtig: ohne Milch und Zucker genießen, sonst sind alle Vorteile dahin - in der 24-Stunden-Diät lesen Sie, wie Sie Koffein gezielt einsetzen, um eine noch effizientere Fettverbrennung zu erreichen.

Übergewicht geht an die Nieren

Es spielt überhaupt keine Rolle, wie hoch das Übergewicht ist – mit jedem Kilo zu viel, steigt auch das Risiko an Nierensteinen zu erkranken. Das fanden Amerikanische Wissenschaftler der Johns Hopkins University heraus. Die Forscher untersuchten die Daten von circa 100.000 Patienten. Dabei stellten die Forscher fest, dass sich das Risiko bei Übergewicht, also bei einem Body-Mass-Index (BMI) über 30, gegenüber normalgewichtiger Personen verdoppelt. Über den Zusammenhang von Übergewicht und Nierensteinen rätseln die Forscher allerdings noch – wahrscheinlich sind hormonelle Veränderungen und eine salzreiche Ernährung dafür verantwortlich (Quelle: Journal of Urology; apotheken-umschau.de).

Jetzt abnehmen: jedes Kilo zählt!

Abnehmen bedeutet fitter im Alltag, dazu Gesundheit und ein längeres Leben: Lesen Sie, welche wunderbaren Vorteile bereits eine Gewichtsreduktion von fünf Kilo mit sich bringt. Brauchen Sie noch mehr Gründe, um gleich mit der 24-Stunden-Diät abzunehmen?

  • Abnehmen und Lebenserwartung: ist um ganze 10 % erhöht
  • Abnehmen und Body-Mass-Index (BMI): verringert sich um eine Einheit
  • Abnehmen und Blutdruck: sinkt um min. 5 mm Hg
  • Abnehmen und Krebsrisiko: um bis zu 20 % vermindert
  • Abnehmen und Gelenkbelastung: ist zum Beispiel beim Joggen deutlich geringer
  • Abnehmen und Diabetesrisiko: ist um fast 60 % vermindert
  • Abnehmen und Nüchternblutzucker: wird um mehr als 20 % gesenkt
  • Abnehmen und Lebensqualität: weniger Kurzatmigkeit, Schwitzen und Schwerfälligkeit
  • Abnehmen und Cholesterin: gutes HDL wird um 10 % erhöht, schlechtes LDL um 15 % gesenkt
  • Abnehmen und Leistungsfähigkeit: nimmt vor allem bei Ausdauersportarten zu
  • Abnehmen und Entzündungswerte: können um 40 Prozent gesenkt werden

Richtig gelesen: Dies und noch viel mehr tut sich in und an Ihrem Körper, wenn Sie abnehmen und schlank bleiben. Je ausgeprägter Ihr Übergewicht vorher, desto deutlicher der Effekt. Der einfachste Weg, sich einzuordnen, ist der Body-Mass-Index (BMI): Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Falls die Werte zwischen 18,5 und 25 liegen, ist alles okay – Sie sind im optimalen Gewichtsbereich. Ab 25 aufwärts steigt das gesundheitliche Risiko; jeder, der sich in diesem Bereich befindet, profitiert vom Abnehmen. Ab 30 spricht man von starkem Übergewicht (Adipositas). Hier ist dringend ärztliche Hilfe angeraten. Einen weiteren Anhaltspunkt zur Risikoabschätzung liefert der Bauchumfang (über dem Nabel messen!). Mehr als 88 Zentimeter bei Frauen und 102 bei Männern bedeuten ein erhöhtes Gesundheitsrisiko – mit jedem Kilo, dass Sie mit der 24-Stunden-Diät abnehmen, sinkt auch die Gefahr (Quelle: Prof. Dr. Stephan Jacob)

Fasten: der Mythos vom Entschlacken

Bald beginnt die Fasten-Zeit. Aber viele Menschen fasten nicht aus religiösen Gründen, sondern um ihre Gesundheit zu fördern oder abzunehmen. Dabei sind Fasten, Saft-Fasten, Molke-Fasten und Heil-Fasten nicht für eine gesunde, nachhaltige Gewichtsreduktion geeignet, da eiweißmangelbedingt vorrangig Muskeln, aber kaum Fettgewebe abgebaut werden! Vor diesem Hintergrund sollte kein Mensch, der übergewichtig ist, fasten. Durch den Muskelabbau gefährden Fastende ihre Herzfunktion und fördern die Entstehung des Jojo-Effektes. Damit macht Fasten nicht schlank, sondern dick. Mehr…

Dazu ein Buchtipp: Gesundheitsrisiko Heilfasten / Schlank surfen bei www.slimcoach.de oder www.muellerdiaet.de

Diät: dick durch Crash-Diäten

Die Maus auf Diät bekommt leichter Grippe als die satte Kollegin. Das berichtete Anfang letzten Jahres die Zeitschrift essen & trinken. Man solle mit den guten Vorsätzen für eine Diät ruhig bis zum Frühling warten. Der Tipp geht zurück auf eine Diät-Studie der Michigan State University. Diese hatte zum Ergebnis, dass Mäuse die im Tierversuch auf Diät gesetzt wurden, sich schneller mit Grippe anstecken ließen als eine wohlgenährte Kontrollgruppe. Das Ergebnis lasse sich auch auf Menschen übertragen. Wirklich überraschend kommt es nicht. Deswegen plädieren wir auch für nur einen Diät-Tag in der Woche. Mit der 24-Stunden-Diät läuft man keine Gefahr, sich durch eine langfristige Mangelversorgung zu schwächen, sondern tut eben alles dafür, an einem einzigen Diät-Tag der Woche die maximale Fettverbrennung zu erreichen. Dabei wird man nicht schwächer, sondern schlanker und gesünder.

Bestandteil der 24-Stunden-Diät ist eine ausgewogene Ernährung bei der Sie auf nichts verzichten müssen. Wir bauen gerade eine Datenbank mit Nährwerten auf, in der Sie sich genau über die Nährwerte einzelner Lebensmittel infomieren können.